Stuttgarter Magazin

Die Zukunft ist grün – Nachhaltige Altersvorsorge

05.02.2021 Interview mit Dr. Guido Bader und Ralf Berndt

Im Jahr 2013 hat die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. als eine der ersten Versicherungen die GrüneRente ins Leben gerufen: eine nachhaltige Altersvorsorge, die hohe soziale, ethische und ökologische Standards erfüllt. Im Interview erklären Dr. Guido Bader und Ralf Berndt, beide Vorstandsmitglieder der Stuttgarter Lebensversicherung a.G., warum diese Form der Altersvorsorge ein Erfolgsmodell auch für die Zukunft ist.

Ralf Berndt und Dr. Guido Bader, Vorstandsmitglieder der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. © Die Stuttgarter

Woher haben Sie die Gewissheit genommen, dass das genau der richtige Schritt war?

Dr. Guido Bader: Eine Vorreiterrolle haben wir schon öfter eingenommen. Wir erkennen seit vielen Jahren immer wieder Trends für neue Produkte und setzen diese dann mit dem nötigen Mut um. Auch bei der GrüneRente hat sich dieser Mut ausgezahlt: Das Produkt hat sich zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt, nach dem gezielt gefragt wird. Aktuell liegt der Anteil der GrüneRente am Neugeschäft bei 17 Prozent. Besonders hoch ist die Nachfrage nach einer grünen betrieblichen Altersversorgung.

Wie überzeugen Sie Kunden, lieber auf nachhaltige, statt auf klassische Vorsorge zu setzen?

Ralf Berndt: Ganz einfach: Wir zeigen die Vorteile auf. Eine nachhaltige Altersvorsorge kann genau das Gleiche wie eine „konventionelle“ Rente. Es gelten die gleichen Kostensätze und Überschussbeteiligungen. Bei fondsgebundenen Tarifen bieten wir zudem eine große Auswahl: Die Bandbreite reicht von kostengünstigen ETF bis hin zu aktiv gemanagten Fonds mit verschiedenen Schwerpunkten – zum Beispiel erneuerbare Energien oder sozial engagierte Unternehmen. Auch bei Flexibilitäten und Optionen, wie Zusatzversicherungen gegen Berufsunfähigkeit, gibt es keine Einschränkungen.

Wie prüfen Sie, ob ein Investment nachhaltig – und damit für die Kunden der Stuttgarter geeignet ist?

Ralf Berndt: Wir lassen uns beim Nachhaltigkeitsinvestment freiwillig vom INAF, dem Institut für nachhaltiges, ethisches Finanzwesen, unabhängig prüfen. Anschließend veröffentlichen wir einen jährlichen Anlagebericht. Darin können Kunden und Geschäftspartner einfach und transparent prüfen, in welche konkreten nachhaltigen Projekte wir investieren und in welchem Umfang.
Beim aktuellen „Fondspolicen-Nachhaltigkeits-Rating“ des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat unser Angebot der fondsgebundenen Vorsorge die höchste Auszeichnung „exzellent“ erhalten – als eines von ganz wenigen in allen Kategorien.

Warum sollte in Unternehmen mit einer Nachhaltigkeitsstrategie auch eine grüne bAV zwingend zum Angebot gehören?

Dr. Guido Bader: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschreibt Corporate Social Responsibility so: „Vorausschauend wirtschaften, gerecht mit Beschäftigten umgehen, Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt übernehmen.“ Mit der Integration der Betriebsrente in ihre CSR-Strategie zeigen Unternehmen soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Umso mehr, wenn es sich um eine grüne bAV handelt. Auf diese Weise macht eine nachhaltige Betriebsrente Arbeitgeber noch attraktiver.

Herr Dr. Bader, Sie sind Mitglied im Beirat für nachhaltige Finanzen der Bundesregierung. Was steht dort auf der Agenda?

Dr. Guido Bader: Ziel ist es, eine Sustainable-Finance-Strategie mit möglichst konkreten Maßnahmen zu entwerfen, sodass die Kräfte der Finanzmärkte optimal für den Transformationsprozess hin zu nachhaltigem Wirtschaften genutzt werden können. Auf europäischer Ebene wird zudem gerade am „Aktionsplan Sustainable Finance“ gearbeitet. Er beinhaltet zum Beispiel allgemein verbindliche Definitionen, wann ein Investment als „grün“ bezeichnet werden darf. Zudem wird mit der EU-Transparenzverordnung ab März 2021 eine Informationspflicht Einzug halten. Vermittler werden in ihren Beratungsprozessen zukünftig auch Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigen und einbeziehen müssen.

Wie ist die Haltung der Stuttgarter dazu?

Dr. Guido Bader: Zusätzliche Regulierungsvorhaben sind eine herausfordernde Aufgabe, der wir uns immer stellen. Wir sehen darin aber auch eine Chance, um eine wachsende nachhaltige Kundengruppe zu erschließen und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt unseres Planeten zu leisten.

Ralf Berndt: Wir sollten jedoch auch an den Nutzen für die Kunden denken. Nur eine weitere Flut von Papieren überfordert und bringt nicht immer die gewünschten Ergebnisse. Wir halten einen ganzheitlichen Ansatz für sinnvoll, das heißt, das Thema auf Seiten der Anbieter, der Vermittler und der Kunden präsenter werden zu lassen.

Die Stuttgarter GrüneRente

Weitere Informationen zur GrüneRente, dem nachhaltigen
Vorsorgekonzept der Stuttgarter.

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Quelle: WirtschaftsWoche, Ausgabe Nr. 52/2020