Stuttgarter Magazin

| 26.02.2020 | 1-2020 | Frank Behrendtals

Basis für die Arbeitswelt 4.0: Gelassenheit

Wenn man sich so umhört, umschleicht einen das Gefühl, alle Länder, alle Branchen und alle Firmen auf dieser Welt befinden sich im größten Veränderungs-Schleudergang der Weltgeschichte – und wir Menschen stecken als Buntwäsche mittendrin. Die Digitale Transformation verändert alles, die industrielle Revolution sei dagegen ein Kindergeburtstag gewesen, erklären selbsternannte Experten gerne.

Klar ist: Die technologische Entwicklung schreitet unaufhaltsam voran. Klar ist auch, sie läuft deutlich schneller ab als vergleichbare gravierende Veränderungen in früheren Zeiten. Wir leben also ab jetzt in einem Hochgeschwindigkeitszug, der nicht mehr anhält und auch keinen finalen Zielbahnhof hat. Aussteigen können wir nicht, wir können uns aber entscheiden, ob wir aus dem Fenster im Großraumwagen schauen oder ob wir uns vorne mit in die Lokomotive setzen und den einen oder anderen Schalthebel bedienen.

Lernen von Pippi und Mr. Spock

Ich persönlich bin lieber Jim Knopf und Lukas 4.0 als ein grummelnder Mitreisender im hinteren Wagen. Und Sie? Blicken wir mal gemeinsam zurück in unsere Kindheit. Wie war es damals, Behrendtals wir etwas Neuem begegneten? Hatten wir Angst? Haben wir gezögert und gezaudert? In der Regel nicht. Denn Kinder sind mit einer großartigen Eigenschaft ausgestattet, für die es ein schönes deutsches Wort gibt: Neugierde – gierig auf das Neue. Unsere Helden der Kindheit waren das auch. Sonst hätte sich eine Ikone der Kinderliteratur wie Pippi Langstrumpf auf ihrer abenteuerlichen Wanderung niemals in ein Fass gezwängt und zum Schrecken ihrer zögerlichen Freunde Tommy und Annika darin eine wilde Fahrt im Fluss unternommen. Helden trauen sich eben was. Mich hat als Junge die Crew vom Raumschiff Enterprise begeistert – eine absolute Kult-Serie in den 70er Jahren. Captain James T. Kirk war ein vorbildlicher Leader. Er war die perfekte Führungskraft, denn er wusste sehr wohl, dass er nicht der Beste in einzelnen Spezialdisziplinen war, da gab es viel bessere. Aber er war ein guter Anführer, ging voran, traf Entscheidungen, motivierte und vertraute seinen Leuten.

Einer von ihnen war der Vulkanier Mr. Spock. Er war das Superhirn, der Analytiker und Ratio war die Grundlage seines Handelns, nicht Gefühle. Das ist durchaus hilfreich, denn damit werden Entscheidungen auf der Sachebene und nicht aus emotionalen Erwägungen heraus getroffen. Auch Angst ist meist emotional, selten faktenbasiert.

Und so wundert es nicht, dass Mr. Spock bei den Abenteuern des Raumschiff Enterprise bei allen unergründlichen Phänomenen und Herausforderungen, denen die Crew auf ihrer Mission begegnete, nie Furcht vor dem Neuem empfand. Das Unbekannte sorgte bei ihm allenfalls dafür, dass er seine spitzen Vulkanier-Ohren noch ein bisschen höher zog, ebenso die Augenbrauen. Und dann sagte er immer nur ein einziges Wort: „Faszinierend.“ Wir haben diesen Ausspruch geliebt als Jungs.

Faszinierend – genau das waren die unbekannten Phänomene. Nicht furchteinflößend, schrecklich oder ablehnenswert – nein spannend, besonders und herausfordernd. Eine sehr vernünftige Einstellung, finde ich heute immer noch. Wie wäre es also, wenn wir den anstehenden Veränderungen, die die Arbeitsweit 4.0 mit sich bringen, ebenso wie Mr. Spock begegnen? Wir nehmen sie als faszinierend, spannend, erkundenswert wahr und gehen mutig auf sie zu.

Das bedeutet nicht, dass wir alles, was da auf uns zukommt gut finden oder klaglos akzeptieren. Wir dürfen – ja wir müssen sogar – kritisch sein, hinterfragen, gut überlegen was Sinn macht und was nicht. Gerade Künstliche Intelligenz (KI) ist so ein Feld, das unsere Arbeitsprozesse künftig in vielen Bereichen tangieren wird. Die quatschende „Alexa“ oder putzig anmutende kleine Roboter wie „Pepper“ sind nur Vorboten. Wir werden künftig definitiv mit Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten, die wir nicht von früher kennen. Schlimm? Was hätte Mr. Spock gesagt? Genau. Wir verstehen uns.

Früher war alles besser. Oder doch nicht?

Wer, ebenso wie ich, schon länger im Arbeitsleben unterwegs ist, der hat schon so manche Veränderung erlebt. Und seien wir mal ehrlich: Viele haben uns das (Arbeits)Leben durchaus erleichtert. Ich erinnere mich jedenfalls mit Grausen, wie ich als junger Agenturmitarbeiter vor Kundenterminen dicke Booklets ausdrucken und mit einer „Rödelmaschine“ binden musste. Ganze Nächte haben wir damals damit verbracht, von den Wunden an den Fingern ganz zu schweigen.

Wie smart ist es dagegen heute, eine Präsentation auf einen USB-Stick zu ziehen und dem Kunden lächelnd zu übergeben? Oder die Erreichbarkeit. Wer von uns früher auf Dienstreise war, der war faktisch für die Kommandozentrale im Büro erst einmal verschollen. Mobiltelefone gab es in meiner frühen Berufszeit nicht. Wenn man unterwegs war, dann gab es eine Abwesenheitsnotiz und man war schlicht nicht erreichbar. Ab und zu meldete man sich mit dem legendären Spruch „War was?“ von einer Telefonzelle irgendwo auf einem Rastplatz, bevor man wieder spurlos im Nirgendwo auf bundesdeutschen Autobahnen verschwand. Ich kenne allerdings heute so manchen Zeitgenossen, der sich wehmütig an die damalige Zeit zurücksehnt.

Denn unsere Smartphones und GPS ermöglichen es mittlerweile flächendeckend rund um die Uhr erreichbar und auffindbar zu sein. Fluch und Segen zugleich. Aber eines ist auch klar: Die neue Zeit hat uns in Bezug auf
Arbeitswelt vor allem eines gebracht: Eine höhere Flexibilität. Noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit war Arbeit so dezentral möglich. Gerade im Bereich der nicht-industriellen Produktion ist es faktisch machbar, von überall aus zu arbeiten. Ein Agenturmanager-Kollege von mir sagt oft und gerne: „Wo meine Kreativen ihre Ideen haben und ins Laptop schreiben, ist mir völlig egal. Hauptsache, sie sind gut.“ Und so sitzt der eine morgens am See, die andere vor der Schule ihres Sohnes, eine weitere im Homeoffice, manche arbeiten gar von einer Yacht im Mittelmeer aus. Kein Problem, die Arbeitswelt 4.0 lässt es zu.

10 Ratschläge für eine entspannte Haltung

  • Mach Dir jeden Morgen klar, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen.
  • Schaff Dir Atempausen während des Arbeitstages.
  • Lass Dich von nichts mehr begeistern, als von Deiner Familie.
  • Minimiere Abendessen mit Geschäftspartnern.
  • Hol Dir den Happiness-Kick aus Deiner Kindheit zurück.
  • Ruf an eher spaßbefreiten Tagen spontan ehemalige Lieblingskollegen/innen an.
  • Geh mit Leuten zum Mittagessen, die auf den ersten Blick keine Business-Relevanz haben.
  • Trainiere das Ab- und Umschalten zwischen Arbeit und Freizeit, unabhängig von Deinen gewohnten Arbeitszeiten.
  • Befrei Dich vom Informationswahn: Was nur als Mail-Kopie zu Dir kommt, ist nicht wirklich wichtig.
  • Liebe Deine Familie, Deine Freunde, Dich selbst und das Leben. Aber nie Deinen Job.

Es lebe die neue Gelassenheit

Ein Begriff macht dabei immer mehr die Runde: „New Work“. Leben und arbeiten besser miteinander zu verbinden ist heute vielfach schon Realität. Klassische Bürozeiten lassen sich individualisieren, manche Firmen haben gar nur noch einmal in der Woche „Anwesenheitspflicht“, damit persönliche Treffen nicht ganz auf der Strecke bleiben. Vieles ist für viele neu, jede Menge verändert sich, an so manches muss man sich erst einmal gewöhnen. Alles in allem aber ist es eine spannende Zeit.

Durch die technischen Möglichkeiten und die Flexibilisierung von Arbeitszeiten droht allerdings die Gefahr, aus dem Business- Hamsterrad gar nicht mehr herauszukommen. Weil man per Smartphone, Tablet oder Notebook immer und überall arbeiten kann, ist man im Gegenzug auch immer und überall erreichbar. Auch im Urlaub, sofern man seine technischen Devices nicht ausschaltet. Hier kommt für mich ein elementarer Punkt ins Spiel, über den jede/r Einzelne sich ernsthaft Gedanken machen sollte: Es hilft – im Zusammenhang mit allen schon vorhandenen und noch kommenden Veränderungen der Arbeitswelt – an unserer ganz persönlichen Haltung zu arbeiten. Aus meiner Sicht brauchen wir Menschen eine neue Kultur der Gelassenheit. Je komplexer Technik und Prozesse werden, je mehr künstliche Intelligenz uns umgibt, je enger wir getaktet und mit Informationen geflutet werden, umso mehr brauchen wir einen Aus-Knopf im Kopf. Wenn wir uns nur von Veränderungen und Technologien treiben lassen, werden wir den Wettlauf verlieren. Und die jetzt schon besorgniserregenden Zahlen in Bezug auf Arbeit, die krank macht, werden weiter steigen. Wenn wir nicht öfter „Nein“ sagen, um damit „Ja“ zu unserem Leben und unserer Gesundheit zu sagen, werden Burn-Outs künftig Volkskrankheit Nummer Eins werden.

„Je komplexer Technik und Prozesse werden, umso mehr brauchen wir einen Aus-Knopf im Kopf.“

Mensch, ärgere dich nicht

Wie wird man nun gelassen? Fakt ist: Eine App gibt’s dafür nicht. Gelassenheit kann man auch nicht im Netz downloaden.

Gelassenheit ist harte Arbeit – vor allem an sich selbst. Es beginnt damit, sich zunächst einmal klar zu machen, was wirklich wichtig im Leben ist. Der oder die Partner/in, Familie, Freunde und nicht zuletzt man selbst. Das ist die Basis. Um diejenigen, die einem am allerwichtigsten auf der Welt sind, gehört ein Schutzwall – und zwar ein möglichst hoher. Aber: Draußen gibt es immer jede Menge Faktoren, die genau das Gegenteil bewirken wollen. Sie stressen, nerven, quälen. Das wird nie verschwinden. Verschwinden kann die Bedeutung, die man diesen Störfaktoren beimisst. So lange Menschen unterwegs sind, wird es Staus, Verspätungen, Ausfälle der Transportmittel geben.

Das ist bei Bus, Bahn, Autos, Flugzeugen nicht anders als es bei Verkehrsmitteln der Zukunft wie autonomen Autos oder Flugtaxis sein wird. Das muss man akzeptieren. Punkt. Wenn der Ausfall eintritt neigen die meisten dazu sich aufzuregen. Effekt: Gleich Null. Denn die Zielscheiben der Erregung – meistens Menschen an Serviceschaltern – können an dem Ausfall schließlich gar nichts ändern. Daher sind die typischen Verhaltensmuster der
Betroffenen wie Schreien, Fluchen, Schimpfen, Drohen etc. komplett unnötig. Es bringt nicht nur nichts, es raubt auch noch eigene Energie, die sich anderweitig viel besser einsetzen ließe. Daher ist es die deutlich bessere Entscheidung, ungeplante Wartezeiten alternativ zu nutzen. Einen Podcast hören oder die neue Folge der Lieblingsserie auf dem Tablet anschauen ist definitiv viel sinnstiftender, als sich zu ärgern.

Gelassenheit bedeutet auch, eine gesunde Distanz zu vielen Dingen und Abläufen zu haben, die vermeintlich statisch sind. „Das haben wir immer schon so gemacht“, „Das ist hier so“ – Sie kennen das.

Meine Lieblingsgegenfrage ist dann immer: „Warum?“ Die Antwort ist meist Schulterzucken. Wo es keinen schlüssigen Grund gibt, gibt es die beste Einflugschneise um etwas zu ändern. Viele meinen, Sie könnten in festgefahrenen Strukturen nichts ändern und ergeben sich daher frustriert in ihr Schicksal. Ein großer Fehler. Jede/r kann überall etwas ändern – nämlich in den gegebenen Freiräumen auf dem vorgegebenen Spielfeld– seien sie auch noch so klein. Mein Lieblingsbeispiel: Die Mittagspause. In der Arbeitsschutzverordnung ist das Recht auf Pausenzeiten eines jeden Arbeitnehmers festgeschrieben. Nicht bindend ist allerdings der Zeitpunkt, wann jemand diese vorgesehenen Pausen nehmen muss. Auch das „Wo“ ist nicht zementiert. Und schon ergibt sich eine kleine Flucht aus dem üblichen Trott. Niemand ist gezwungen, als Teil der immer gleichen Herde um Punkt 12:30 Uhr in die Kantine zu gehen, um dort bei Menü 2 weiter über die Arbeit zu sprechen. Smarter ist ein inspirierendes Break: Zum Beispiel draußen. Auf einer Parkbank, in einem schönen Café – egal. Wichtig ist der Ortswechsel. Eine Idee kann auch sein, das Smartphone während der Pause einmal komplett auszuschalten. Always on ist schließlich auch stressig. Ich persönlich wechsle daher auch gerne mal das Medium – von digital auf analog. Ich lese dann bei einem Smoothie und einem Salat ein echtes Buch – zum Beispiel Paolo Coelhos kleines Meisterwerk „Handbuch des Kriegers des Lichts“. Ein paar inspirierende Kapitel sind direkt ein Mini-Wellness-Trip im Arbeitsalltag und ich komme in jeder Hinsicht erfrischt an den Schreibtisch zurück.

Spannend kann auch ein Pausentermin mit jemandem sein, mit dem man im normalen Arbeitsalltag wenig oder gar nichts zu tun hat: Mit dem oder der Praktikanten/in etwa. Ich habe kürzlich bei so einem Lunch viele spannende Dinge über die YouTube-Helden der jungen Leute gelernt und einen Typen wie Rezo verstehe ich nun viel besser. Eine andere Möglichkeit ist es, während der typischen Mittagspausenzeit einfach weiterzuarbeiten. Auch ein mitgebrachter Snack stillt den Hunger und während der Mittagszeit kann man in der Regel besonders effizient arbeiten, da alle anderen „Mittag machen“ … Die Pause holt man dann entspannt um 15.00 Uhr nach und hat auch noch den Vorteil, dass man früher nach Hause gehen kann, da die durchgearbeitete Mittagspause für eine schnellere Erledigung der anstehenden Aufgaben des Tages gesorgt hat. Neben der Mittagspause empfehle ich auch, die tradierten „Geschäftsessen“ an Abenden zu überdenken. Müssen die wirklich (noch) sein? Aus meiner Sicht nicht. Seit einigen Jahren habe ich – selbstgewählt – bei allen diesbezüglichen Anfragen keine Zeit. Aber ich biete stets eine Alternative an: Lunch, einen Spaziergang mit einem Coffee-To-Go am Rheinufer oder ein Business-Frühstück. Denn meine Maxime ist: Es gibt nichts, was man abends besprechen möchte, was man nicht genauso gut tagsüber besprechen könnte. Nur weil es da heller ist, tut das der Sache keinen Abbruch. By the way sind wir am Tage zudem aufmerksamer und wacher als in den Abendstunden. Kürzlich dankte mir übrigens ein langjähriger Geschäftspartner, dass ich unsere immer wiederkehrenden Abendessen einst zeitlich umgeroutet habe. „Sie haben uns damit beiden einen Gefallen getan und viele freie Abende beschert. Ein großer Gewinn an Lebensqualität“, sagte er mir bei Kaffee und Kuchen in der Mittagssonne. Warum er mich früher immer wieder am Abend eingeladen hatte? Weil er dachte, dass ich es erwarten würde und man es schließlich immer so gemacht hatte. Gut, dass man Dinge ändern kann und nicht mehr alles in Stein gemeißelt werden muss. Probieren Sie es mal aus, Sie werden nichts verlieren, aber viel gewinnen – individuell nutzbare (Frei)Zeit

Mehr Freizeit durch clevere Planung

Noch etwas halte ich für wichtig: Gerade weil durch elektronische To-Do-Listen, Projekt-Management-Tools, enge Deadlines der berufliche Alltag recht wenig Fluchten zum längeren Durchatmen bietet, sollte es das Ziel eines jeden Einzelnen sein, aus der verfügbaren Freizeit neben dem Job das maximale herauszuholen. Das Zauberwort heißt Effizienz. Interessanterweise sind viele Menschen, die im Job in einem engen Projektmanagement-Korsett stecken und ihre Aufgaben zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk verrichten, privat eher nachlässig und teilweise chaotisch, wenn es um das Abarbeiten von Dingen geht. Oft heißt es, weil ich im Job so eng getaktet bin, lasse ich es privat eher locker angehen. Soweit so schlecht. Denn dabei wird vergessen, dass ein unordentliches Projektmanagement im privaten Bereich Freizeit frisst, die man deutlich sinnstiftender verbringen könnte. Daher gilt auch hier: Um ein Wochenende gelassen genießen zu können, sollte man etwas Gehirnschmalz investieren und die eine oder andere Projektmanagement-Attitüde aus dem Büro transferieren.

Ein Beispiel: Einkaufen. Erstaunlicherweise ist der oft freie Samstag meistens der Tag, der mit privater Arbeit vollgepackt wird – wie mit dem Wocheneinkauf. Meine Frau und ich kaufen samstags nie ein und schleppen dann auch keine Wasserkisten. Warum auch? Die Grundversorgung der Familie wird stattdessen freitags auf dem Weg vom Büro nach Hause erledigt. Die Läden haben inzwischen oft bis weit nach 20:00 Uhr geöffnet, logistisch also überhaupt kein Problem. Gleiches gilt für Autowäsche, Reinigung etc. Es lässt sich alles während der Woche erledigen, um dann den Samstag frei zu haben. Alles eine Frage der Organisation. Ganz auf Einkäufe verzichten wir aber am Samstag auch nicht: Auf den Wochenmarkt gehen wir trotzdem – aber das ist für uns ein sinnliches Erlebnis, kein „Einkaufen“ im klassischen Sinne. Beim französischen Käsewagen mit dem Monsieur aus der Provence eine formidable Platte von Köstlichkeiten zusammenzustellen ist keine Arbeit. Das ist Genuss. Sie sehen schon, es gibt neben der Arbeitswelt 4.0 auch ein Privatleben 4.0 – das sollte allerdings nur für die Erledigung von Aufgaben auf digitale Technologien zurückgreifen. Das wahre Leben macht analog schließlich immer noch am meisten Spaß. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesunde Einstellung zur sich verändernden Arbeitswelt. Und wenn Sie zweifeln: Denken Sie an den guten alten Mr. Spock.

Über den Autor

Frank Behrendt schrieb einst beim Frisör „10 ernsthafte Ratschläge, wie man locker durchs (Berufs-)Leben kommt“. Die Medien bezeichnen ihn seitdem als den „Guru der Gelassenheit“. Im irdischen Leben geht der 55-Jährige auch einer normalen Tätigkeit nach: Als Senior Advisor berät er bei Deutschlands größter inhabergeführten Agenturgruppe Serviceplan zahlreiche renommierte Kunden.

Sein erstes Buch „Liebe dein Leben und nicht deinen Job“ schaffte es direkt nach Erscheinen auf die SPIEGEL-Bestseller-Liste. In seinem zweiten Werk „Die Winnetou-Strategie“ beschäftigt sich der Kommunikationsberater mit dem Thema Leadership und beschreibt anhand zahlreicher Beispiele, wie eine gute Chefin bzw. ein guter Chef sein solle. Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) zeichnete Frank Behrendt 2017 als „PR Kopf des Jahres“ aus. Der begeisterte Vater von drei Kindern ist ein gefragter Redner und schreibt derzeit an seinem dritten Buch.

Jede Woche gibt er zudem als „Stern-Stimme“ auf Stern.de inspirierende Impulse fürs Arbeits- und Privatleben. Für das Finanzmagazin „Zaster“ schreibt er eine wöchentliche Kolumne unter dem Titel „Wie glücklich macht Geld?“.

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